Ironischerweise ist er beim Filmeschauen jetzt auf die Tonleute angewiesen, die für jeden Kameramann "ein rotes Tuch" seien: "Sie wollen die Mikrophone immer viel zu nah an die Schauspieler halten, und dann stehen die Mikros im Licht und werfen Schatten", lästert Slocombe im Tele 5-Interview: "Wenn der Kameramann eine Szene mit wehenden Gardinen drehen will, sagen die Tonleute, dass man den Ventilator hört. Wenn der Kameramann mit einem Gasbrenner ein Holzfeuer simulieren will, sagen sie, dass man das ausströmende Gas hört. Jahrelang habe ich mich mit den Tonleuten herum geärgert. Jetzt höre ich ihrer Arbeit zum ersten Mal zu".
Slocombe, der zurückgezogen mit seiner Frau in London lebt, denkt gerne an die Filme und die Menschen zurück, die ihm wichtig waren. An die Arbeit mit Steven Spielberg und Roman Polanski oder an Katharine Hepburn, mit der er sich anfreundete. Nur einer ging der Kamera-Legende auf die Nerven: Montgomery Clift. Der sei bei John Hustons "Freud" (1962) psychisch äußerst labil und drogenabhängig gewesen, sagt Slocombe zu Tele 5: "Er war unfähig, sich mehr als drei Wörter zu merken". Damit Clift sich den Dialog besser merken konnte, dachte sich Slocombe eine Methode aus: "Ich habe hinter jedem Möbelstück einen Satz versteckt. Wenn Clift dort hinging, konnte er ihn ablesen. Aber leider hat er sich nicht merken können, wohin er gehen musste." Irgendwann zitierte Huston seinen Star zu sich ins Büro: "Sie gingen hinein, schlossen die Tür, und plötzlich hörte man, wie Möbelstücke herum geworfen wurden. Es war unglaublich. Monty schrie: "Töte mich nicht, töte mich nicht!"
Quelle:
www.tele5.de