Denn auch in der Gastronomie gibt es mindestens einen Trend, der sich noch immer gut entwickelt: „Bio“. Der deutsche Lebensmittelhandel verkaufte im Jahr 2008 für immerhin 1,77 Milliarden Euro ökologisch erzeugte Lebensmittel, über 20 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem über 50-Jährige erwarten heute mehr vom Leben, vor allem aber die Naturbelassenheit bei Lebensmitteln.
Trend-Gastronomen haben erkannt, wohin die Reise führt. Bio-Lebensmittel setzen bereits über 80 Prozent der Betriebe in Hotellerie und Gastronomie-Gewerbe ein. Das zeigt eine aktuelle Außer-Haus-Markt-Studie (CHD). „Bio“ ist dabei ein entscheidendes Argument, um das gastronomische Angebot zu promoten und die kulinarischen Ansprüche der Besucher von Restaurants, Hotel-Gaststätten, Bistros und Brasserien zu erfüllen.
Bio-Rohwaren setzen etwa über 60 Prozent der Chefköche schon jetzt erfolgreich ein, um Gästen das Besondere zu kredenzen. Kreatives Marketing macht aus „bio“ aber mehr: Raffinierte Gerichte auf der Speisekarte werden ebenso pfiffig beschrieben. Verlockende Namen, verführerische Attribute und ein magisches Händchen bei der Auswahl des optischen Drumherums kitzeln das Beste heraus – und im geistigen Sinne schon einmal den Gaumen der Gäste. Websites, die nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern auch einen Zusatznutzen bieten, informieren und das Image des Restaurants stärken, Werbeflyer und gastronomische Aktionen runden die Marketing-Kniffe ab, um auch in Zeiten klammer Geldbörsen den nötigen Zuspruch bei Gourmet-Liebhabern und Freunden des guten Essens zu finden.
Die gelunge Küche von heute präsentiert sich aber nicht nur oberflächlich „bio“, sondern bis in kleinste Details so, wie Verbraucher das wünschen: 58 Prozent aller Gastronomiebetriebe nutzen sogar Brot und Backwaren in Bioqualität.
Bio-Zutaten wie Gemüse und Obst liegen naturgemäß ganz oben in der Gunst der verwöhnten Gäste und Bio-Köche. 90 Prozent der Profiköche kaufen Bio-Gemüse nicht nur einmal, sondern immer wieder. Sie kaufen und verarbeiten aus Überzeugung Bioqualität beim Obst (85 Wiederkaufsrate) und greifen zu je 74 Prozent immer wieder auf biologisch hergestellte Molkereiprodukte und Kartoffeln aus ökologischer Landwirtschaft zurück. Wenn’s ums Fleisch geht, ist insbesondere Bio-Rindfleisch (65 Prozent Wiederkauf) aus artgerechteter Tierhaltung der große Renner.
Das Gute daran für Bio-Gastronomen, die konsequent ihr Image entwickeln: Konsumenten sind immer noch bereit, etwas mehr für Premiumqualität auf dem Teller auszugeben. Frische und biologische Herkunft sind die Gründe. Wer in der Gastronomie noch dazu auf einen geschulten Service, ein aufgeräumtes Wohlfühl-Ambiente und eine Küche vertrauen kann, die „handmade“ gegenüber Convenience-Produkten vorzieht, kann auch in der Rezession punkten.
Essen ist schließlich nicht nur eine tägliche Notwendigkeit, sondern eine der größten kulturellen Traditionen, die Menschen verbindet. Diese Kombination aus gesellschaftlichem Erlebnis und biologisch schmackhafter Küche ist es, die magnetisch wirkt.
Quelle:
www.wort-kopf.de