Mehr als 400 Präparate sind für diese Nebenwirkung bekannt, darunter Blutdruckmittel, Betablocker, Psychopharmaka und Antihistaminika. Außerdem kann Xerostomie eine Folge endokriner Störungen wie Diabetes mellitus sein, ebenso eine Folge von Autoimmunkrankheiten wie etwa dem Sjögren-Syndrom. Auch tumortherapeutische Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich können den Speichelfluss hemmen und ihn im schlimmsten Fall ganz zum Erliegen bringen.
Neben unangenehmen Folgen wie Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen und Schlucken und einer verstärkten mukosalen Entzündungs- und Blutungstendenz haben Betroffene auch unter einem erhöhten Kariesrisiko zu leiden. Durch den verminderten Speichelfluss drohen Demineralisationen am Zahnschmelz ebenso wie Erosionen. Hinzu kommt, dass viele Patienten mit Xerostomie dazu neigen, weiche, leicht an den Zähnen haftende Nahrung zu sich zu nehmen, welche das Kariesrisiko noch mehr erhöht. Auch greifen sie verstärkt zu sauren Getränken und Bonbons oder zu zuckerhaltigen Kaugummis, um dadurch mehr Flüssigkeit in die Mundhöhle einzuführen bzw. die Speicheldrüsen zu stimulieren. Dadurch werden die Zähne noch stärker geschädigt.
Hier sind die Zahnärzte gefragt, Patienten mit Xerostomie Hinweise für eine zahngesunde Ernährung und eine verbesserte Zahnpflege zu geben. Hierbei ist es ratsam, immer die Allgemeingesundheit der Betroffenen in die Anamnese mit einfließen zu lassen. Die Frage nach Krankheiten und nach dem Medikamenten-Konsum ist notwendig, um einen umfassenden Eindruck der Gesamtsituation des Patienten zu bekommen. Eventuell ist es auch sinnvoll, dessen Hausarzt zu kontaktieren.
Verbesserte Mundhygiene kann dabei helfen, die Zähne trotz Xerostomie auf Dauer gesund zu erhalten. Dr. Andrea Engl, Leiterin der Medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei GABA: „Betroffene sollten jeden Abend nach dem Zähneputzen eine Zahnspülung mit Aminfluorid verwenden. Wichtig ist auch, dass sie zusätzlich einmal pro Woche zu Hause eine Intensivfluoridierung durchführen – oder diese regelmäßig in der Zahnarztpraxis durchführen lassen.“ Um den Speichelfluss anzuregen, sollten die Patienten auch bei Beschwerden konsistente Nahrung zu sich nehmen. Auch sollten sie zuckerfreie Kaugummis kauen und viel und regelmäßig trinken – am besten Wasser und ungesüßten Tee, der den Zähnen nicht schadet.
Quelle:
www.gaba-dent.de