Siemens liefert für das Projekt in einem ersten Schritt im Rahmen eines Lizenzvertrags die Ausführungsplanung für die Vergasereinheit auf Basis des neuen 500-MW-Kohlevergasers. Nach Abschluss der Vorplanung will EPCOR mit Siemens eine Vereinbarung unterzeichnen über die Lieferung der Kohlevergasungsreaktoren und des Einspeisesystems für die IGCC-Anlage.
Die Siemens-Kohlevergaser erzeugen ein Synthesegas, mit dem eine Gasturbine befeuert wird, deren heiße Abgase an einen Abhitzekessel weitergeleitet werden. Der erzeugte Dampf treibt zusätzlich eine Dampfturbine an und dient so zur Maximierung der Stromerzeugung. Die Emissionen von IGCC-Anlagen (Integrated Gasification Combined Cycle) liegen deutlich unter denen der fortschrittlichsten konventionellen Kohlekraftwerke. In der Anlage in Genesee soll das Kohlendioxid aus dem Synthesegas zu rund 85 Prozent abgetrennt und anschließend in bestehende Ölfelder gepumpt und dort gespeichert werden. Gleichzeitig können diese Ölvorkommen dadurch besser ausgebeutet werden.
„Nachdem wir bereits Aufträge für unsere Kohlevergasungstechnologie aus China, den USA und Australien erhalten haben, ist es uns jetzt gelungen, auch in Kanada Fuß zu fassen“, sagte Michael Süß, CEO der Division Fossil Power Generation von Siemens Energy. „Erstmalig kommt unsere Vergasertechnologie bei einem IGCC-Projekt zum Einsatz. IGCC-Kraftwerke könnten künftig einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren und gleichzeitig umwelt- und klimaverträglichen Energieversorgung leisten. Dafür sind allerdings noch weitere Demonstrationskraftwerke, unter anderem auch in Europa, erforderlich“, ergänzte Süß.
Die Provinz Alberta hat unlängst im Rahmen eines Aktionsplanes gegen den Klimawandel ein umfassendes Investitionsprogramm zur Finanzierung von Technologien für die Verringerung der Treibhausgasemissionen angekündigt. Allein zwei Milliarden kanadische Dollar sind für die Förderung von Projekten zur Kohlendioxid-Abtrennung und -Speicherung vorgesehen.
Quelle:
www.siemens.com